Gesundheit

Lärm und die Folgen:

Wie der folgenden Grafik des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie zu entnehmen ist, beginne ab 35 dB(A) bereits Beeinträchtigungen für den Menschen.

  

Warum wir darauf aufmerksam machen ?

Laut der Informationen seitens Windwärts vom 17. September 2013 wurde ein Richtwert in Höhe von 45 dB(A) bei der Planung berücksichtigt. Das sind 10 dB(A) mehr als es nach der TA-Lärm für reine Wohngebiete vorgeschrieben wird - und reine Wohngebiete gibt es auch in unseren Gemeinden.

Auch wenn die Differenz nicht besonders hoch erscheint, so ist es doch erheblich und ein "no go", die Vorschriften zu übergehen.

TA-Lärm

Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG), genauer gesagt, die zur Auslegung dieses Gesetzes erlassene Rechtsvorschrift "Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm" (TA-Lärm), definiert "Lärm" folgendermaßen:
"Lärm ist Schall (Geräusch), der Nachbarn oder Dritte stören (gefährden, erheblich benachteiligen oder erheblich belästigen) kann oder stören würde."

Auch der Gesetzgeber geht also davon aus, dass Lärm erheblich vom subjektiven Empfinden ausgeht und damit nicht messbar ist. Die TA-Lärm enthält jedoch so genannte Immissionsrichtwerte, die nicht überschritten werden dürfen. An diesen Richtwerten orientieren sich häufig auch die Richter, wenn sie im Nachbarstreit zum Thema "Lärm" eine Entscheidung treffen sollen.

Die Richtwerte werden in Dezibel (dB) angegeben, sie messen den Schalldruckpegel. Bei der zulässigen Höhe kommt es auf die Art der zu schützenden Nutzung an, aber auch auf die Art des Lärms selbst. Es gibt deshalb Orientierungswerte für die Stadtplanung, Immissionsgrenzwerte für den Straßenverkehr und Richtwerte für Gewerbelärm und Sportanlagen.

Die TA-Lärm galt lange Zeit nur für Anlagen, die einer Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) bedurften. In der aktuellen Fassung ist sie auch auf nichtgenehmigungsbedürftige Anlagen, zu denen die bei weitem meisten der Anlagen nach dem BImSchG zählen, anwendbar. Doch auch hier gibt es Ausnahmen.
Die TA-Lärm gilt nicht für:

• Sportanlagen, die der Sportanlagenlärmschutzverordnung unterliegen
• sonstige nicht genehmigungsbedürftige Freizeitanlagen sowie Freiluftgaststätten
• nicht genehmigungsbedürftige landwirtschaftliche Anlagen
• Schießplätze, auf denen mit Waffen ab Kaliber 20 Millimeter geschossen wird
• Tagebaue und die zum Betrieb eines Tagebaus erforderlichen Anlagen
• Baustellen
• Seehafenumschlagsanlagen
• Anlagen für soziale Zwecke

Nachfolgend können Sie die wichtigsten Richtwerte aus der Verordnung für Gewerbelärm nachlesen:

Art der zu schützenden Nutzung                                        Tag 6 Uhr - 22 Uhr                            Nacht 22 Uhr - 6 Uhr
Kurgebiete, Krankenhäuser und Pflegeanstalten           45 dB                                                     35 dB
reine Wohngebiete                                                                  50 dB                                                     35 dB
allgemeine Wohngebiete und Kleinsiedlungsgebiete    55 dB                                                     40 dB
Kerngebiete, Dorfgebiete und Mischgebiete                   60 dB                                                     45 dB
Gewerbegebiete                                                                       65 dB                                                     50 dB
Industriegebiete                                                                      70 dB                                                     70 dB

Einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen dürfen die Immissionsrichtwerte am Tage um nicht mehr als 30 dB und in der Nacht um nicht mehr als 20 dB überschreiten. Bei seltenen Ereignissen (Zehn Tage oder Nächte eines Kalenderjahres an nicht mehr als jeweils zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden) betragen die maximal zulässigen Werte tagsüber 70 dB und 55 Dezibel.

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