Immobilien

Wertverlust

Wie bereits der Veranstaltung von Windwärts auf Nachfrage zu entnehmen war, ist laut deren Erfahrungen "nur" innerhalb der ersten Jahre von einem vorübergehenden Wertverlust der Immobilien der angrenzenden Gemeinden eines Windparks zu rechnen.

Wir haben jedoch zahlreiche Veröffentlichungen ausfindig gemacht, bei denen der Wertverlust um einiges drastischer dargestellt wird. Dabei ist häufig von 30-40% Wertverlust die Rede und in Einzelfällen, mit direkter Sicht auf einen Windpark, sogar ein Verkauf ausgeschlossen.

Daher haben wir die folgende Grafik vom "Gutachterausschuß Grundstückswerte Hameln" zu Grunde gelegt und überschlagen, in welcher Größenordnung die Eigenheimbesitzer durch den Wertverlust betroffen sein könnten.

Gehen wir also von dem Durchschnittswert der Immobilien in der Samtgemeinde Sibbesse in Höhe von EUR 85.000,-- aus und nehmen einen sehr gering angenommenen Wertverlust von 15% an, dann zeigt sich, dass die Eigenheimbesitzer der angrenzenden Gemeinden ca. 12,3 Millionen Euro Wertverlust zu tragen hätten.

In diesem Zusammenhang möchten wir auch Herrn T. Herceg vom VWE zitieren, welcher auf die Frage, ob man im Fall Eberholzen nun Immobilien verkaufen sollte, folgendens schrieb: "Fakt ist wohl, dass Sie bei einem Verkauf entweder nicht den Preis erzielen werden, oder aber womöglich gar nicht verkaufen werden können ..."
Ergänzend wies Herr Herceg darauf hin - Zitat "In Dänemark gibt es eine gesetzliche Grundlage für eine Entschädigung für den Wertverlust bei bestimmten Anlagen. Auch in England wurde schon gerichtlich eine Wertverlust bei Immobilien in der Nähe von Windkraftanlagen festgestellt."

hierzu aus der Presse:

Die Welt

Windkraft bringt Immobilienpreise in Turbulenzen

22.09.03 Von hai

Vor fünf Jahren hatte die Familie umgerechnet 200.000 Euro für ihr neues Haus bezahlt. Als sie es jetzt verkaufen musste, war kein Interessent bereit, mehr als 150.000 Euro zu bieten. Der Grund für den drastischen Preisverfall: 40 Meter hohe stählerne Windmühlen in unmittelbarer Nachbarschaft. Für Wolfgang Grasse, Makler in Oldenburg und Vorsitzender des Rings Deutscher Makler in Niedersachsen, kein Einzelfall: Immobilien in der Nähe von Windkraftanlagen (WKA) "können derzeit nur mit Preisabschlägen von bis zu 20 Prozent veräußert werden".

Immobilien, die sich nördlich von Windkrafträdern befinden, seien besonders betroffen. Die rotierenden Schattenwürfe der Propellerblätter würden als extrem störend empfunden. Hinzu käme die Geräuschbelästigung. Insbesondere Ferienhäuser an der Küste hätten dadurch stark an Wert verloren. "Kaum jemand will die kostbarste Zeit des Jahres im Schatten der Spargel verbringen."

"Zahlreiche Immobilien in der Nähe von WKA sind quasi unverkäuflich", erklärt Jürgen-Michael Schick, Sprecher des Verbands Deutscher Makler (VDM). Verbandsmitglieder in Niedersachsen und Schleswig-Holstein beklagten, dass einige Häuser seit Jahren mit Preisabschlägen von bis 40 Prozent angeboten würden. "Dennoch gibt es nicht einmal Interessenten für diese Objekte", sagt Schick.

Eine Klage gegen die Betreiber oder die Kommune habe in der Regel keine Erfolgsaussichten, so Schick. "Die Planverfahren entsprechen eigentlich immer den gesetzlichen Auflagen." Das Bundesemissionsschutzgesetz sieht einen Mindestabstand der Windkraftanlagen zur Wohnbebauung von einem Kilometer vor.

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SHZ

Windräder drücken Immobilienpreise
29.11.2011, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Immobilien-Märkte

An den Küsten gehören sie mittlerweile fest zum Landschaftsbild: die Windkraftanlagen. Schleswig-Holstein will die Eignungsgebiete nun weiter ausdehnen. Aber es regt sich Widerstand gegen das Projekt, denn die Anlieger befürchten den Wertverlust ihrer Immobilien.
Die Eignungsfläche soll von 0,8 auf 1,5 Prozent der Landesfläche ausgedehnt werden. Das ist beinahe eine Verdoppelung der Fläche. Der Eigentümerverband Haus&Grund befürchtet, dass Immobilienbesitzer, die in der Nähe der Anlagen wohnen, mit empfindlichen Werteverlusten rechnen müssen. „Da für den Gesetzgeber diese Folgen der Wertentwicklung vorhersehbar sind, ist es verfassungsrechtlich geboten, für diesen enteignungsgleichen Eingriff eine gesetzliche Ausgleichsregelung festzuschreiben”, sagte der Verbandschef Jochem Schlotmann dem SHZ gegenüber.

Die Windräder sorgen für Lärm, Schattenschlag und Eiswurf und mindern so die Attraktivität des Grundstücks erheblich. Schlotmann rechnet damit, dass die betroffenen Immobilien um 30 Prozent an Wert verlieren oder sogar unverkäuflich werden. Auf der anderen Seite werden Windkraftanlagen staatlich subventioniert und die Betreiber fahren Gewinne ein. „Wer den Vorteil hat, muss dazu beitragen, dass die Sonderopfer ausgeglichen werden“, argumentierte Schlotmann gegenüber dem SHZ.